Da wird ein ungeliebter Kandidat dank Fraktionszwang zum neuen Präsidenten gewählt. Um dem Volk vorzugaukeln, daß es sich dabei um eine demokratische Veranstaltung handelt wurde das Wahldesaster den ganzen Tag lang live übertragen. Als dann im dritten Wahlgang der Gewinner feststand, konnte der geneigte Zuschauer sich in der ARD beim Anblick jubelnder Publicviewer davon überzeugen, daß Wulff begeistert angenommen wurde. Die Bilder, die die ARD übertrug waren jedoch die Standing Ovations die dem Verlierer Gauck galten. Tatsächlich wurde der Sieg Wulffs im dritten Wahlgang mit lauten Buh und Pfui rufen quottiert - dies wollte der ARD Regisseur dem Volk am Bildschirm aber nicht zumuten und griff zum ältesten Trick der Bildmischerkunst - er zeigte Applaus aus der Konserve.
Was sich die ARD da leistete war Propagandafernsehen wie es in manch totalitäreren Staatsformen vieleicht üblich ist, sich aber für eine angebliche Demokratie absolut nicht gehört.
Quelle: taz
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